Material-Wiki: Welches Filament passt zu Ihrem Projekt?
Nicht jedes Bauteil verlangt nach demselben Werkstoff. Die folgende Übersicht zeigt die gängigsten Materialien, ihre wichtigsten Eigenschaften und wofür sie sich in der Praxis am besten eignen. Bei Unsicherheit beraten wir Sie gerne individuell zur passenden Wahl.
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PLA
Einfach zu drucken Große Farbauswahl Nicht hitzebeständigDas mit Abstand einfachste Material im 3D-Druck: kaum Warping, gute Maßhaltigkeit, große Farb- und Oberflächenvielfalt, aber vergleichsweise spröde und nicht sonderlich hitzebeständig (erweicht schon deutlich unter 60 °C).
Einsatzgebiete: Deko-Objekte, Prototypen ohne mechanische Belastung, Geschenke, Modelle und Schauteile. Nicht geeignet für Bauteile, die Wärme, UV-Strahlung im Außeneinsatz oder dauerhafte mechanische Belastung aushalten müssen.
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PETG
Schlagfest Feuchtigkeitsbeständig Guter AllrounderDeutlich zäher und schlagfester als PLA, dabei immer noch einfach zu drucken. Gute Chemikalien- und Feuchtigkeitsbeständigkeit, leicht flexibel statt spröde brechend.
Einsatzgebiete: Funktionsteile mit moderater mechanischer Belastung, Behälter und Aufbewahrungslösungen, Teile mit Außenkontakt zu Feuchtigkeit. Ein guter Allrounder, wenn PLA zu spröde, ABS/ASA aber nicht nötig ist.
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TPU
Flexibel Stoßdämpfend Anspruchsvoller DruckFlexibles, gummiartiges Material mit hoher Elastizität und guter Abriebfestigkeit. Je nach Härtegrad (Shore-Wert) von leicht nachgiebig bis fast gummi-elastisch. Druck erfordert etwas mehr Erfahrung, insbesondere bei der Extrusion.
Einsatzgebiete: Dichtungen, Schutzhüllen, Vibrationsdämpfer, flexible Halterungen, Griffe, überall dort, wo Nachgiebigkeit oder Stoßdämpfung gefragt ist statt Starrheit.
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ABS
Hitzebeständig Schlagfest Geschlossener Bauraum nötigRobust, schlagfest und hitzebeständiger als PLA/PETG, dafür anspruchsvoller im Druck: neigt ohne beheizten Bauraum zu Warping und Rissbildung, benötigt in der Regel ein geschlossenes Druckgehäuse.
Einsatzgebiete: Funktionsteile mit mechanischer und thermischer Belastung, Gehäuse, Bauteile, die auch mal wärmeren Umgebungen standhalten müssen (z. B. im Fahrzeuginnenraum). Klassiker für strukturelle Bauteile, etwa im Bereich Open-Source-3D-Drucker selbst.
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ASA
UV-beständig Witterungsfest Geschlossener Bauraum nötigTechnisch eng verwandt mit ABS, aber deutlich UV- und witterungsbeständiger. Ähnlich anspruchsvoll im Druck, ebenfalls meist mit geschlossenem Bauraum empfohlen.
Einsatzgebiete: Alles, was dauerhaft im Außenbereich verbaut wird oder direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, etwa Halterungen, Gehäuse, Gartendeko, Fahrzeugteile im Außenbereich. Die erste Wahl, wenn ABS-Eigenschaften gebraucht werden, aber UV-Beständigkeit zusätzlich wichtig ist.
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PA6 / PA12 (Nylon)
Sehr abriebfest Hochbelastbar Muss getrocknet werdenSehr zäh, abriebfest und mit hoher Dauerfestigkeit: eines der belastbarsten Standardmaterialien im 3D-Druck. Nimmt jedoch leicht Feuchtigkeit aus der Luft auf (hygroskopisch) und muss vor dem Druck getrocknet werden, sonst leidet die Druckqualität deutlich. PA12 ist dabei in der Regel etwas maßhaltiger und weniger feuchtigkeitsempfindlich als PA6, PA6 dafür oft etwas schlagzäher.
Einsatzgebiete: Mechanisch stark beanspruchte Bauteile, etwa Zahnräder, Gleitlager, Scharniere, Werkzeughalterungen, Bauteile mit häufiger Reibung oder Verschleiß. Besonders auch in carbon- oder glasfaserverstärkter Form gefragt, wenn zusätzlich hohe Steifigkeit benötigt wird.
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PC (Polycarbonat)
Sehr hitzebeständig Hohe Festigkeit Anspruchsvoller DruckSehr hohe Schlagfestigkeit und Temperaturbeständigkeit, dazu hohe Zugfestigkeit. Anspruchsvoll im Druck: hohe Drucktemperaturen, meist geschlossener Bauraum, empfindlich gegenüber Feuchtigkeit.
Einsatzgebiete: Technische Bauteile mit hoher thermischer und mechanischer Belastung, transparente oder halbtransparente Funktionsteile, Bauteile, die auch bei höheren Temperaturen noch formstabil bleiben müssen.
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PP (Polypropylen)
Chemikalienbeständig Sehr leicht Schwer zu druckenSehr leicht, chemisch äußerst beständig und mit hoher Ermüdungsfestigkeit: hält also viele Biegezyklen aus, ohne zu brechen. Geringe Schichthaftung erschwert allerdings den Druck, zudem neigt es zu Warping.
Einsatzgebiete: Lebensmittelkontakt-taugliche Anwendungen (je nach Filament), Bauteile mit Lebensschnappverbindungen (Living Hinges), Behälter mit Kontakt zu Chemikalien oder Reinigungsmitteln, Bauteile mit häufiger Biegebelastung.
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Faserverstärkte Varianten (Carbon/Glasfaser)
Erhöhte Steifigkeit Für alle BasismaterialienFür nahezu alle oben genannten Materialien bieten wir zusätzlich carbon- oder glasfaserverstärkte Varianten an. Carbonfaser erhöht Steifigkeit und Festigkeit bei geringerem Gewicht, reduziert aber die Schlagzähigkeit und ist stärker abrasiv für die Druckdüse. Glasfaser erhöht ebenfalls Steifigkeit und Formstabilität, bleibt dabei aber meist etwas schlagzäher als die Carbon-Variante. Sinnvoll überall dort, wo das Grundmaterial an seine Steifigkeitsgrenzen stößt, etwa bei großflächigen oder dünnwandigen Funktionsteilen.
Unsicher, welches Material zu Ihrem Projekt passt? Sprechen Sie uns an: wir beraten Sie zur passenden Wahl, bevor gedruckt wird.